Wort zum Monat März 2024

Pastor Thomas Struckmeier

Liebe Obernbeckerinnen und Obernbecker,

unser Verstehen und unsere Erinnerung braucht starke Bilder und starke Wörter. Das schwächste aller Wörter ist ‚nicht‘. Überhaupt sind Verneinungen gefährlich. „Denke nicht an einen blauen Elefanten!“ Natürlich denkt man sofort an einen blauen Elefanten. – „Vor dem Zahnarzt brauchst du keine Angst zu haben.“ Zahnarzt und Angst – das scheint zusammenzugehören. – „Meier hat nie geklaut.“ Fünf Jahre später: Meier – das war doch der Typ mit dem Klauen.

Dass sich diese Einsicht noch nicht zu den Predigern herumgesprochen hat – geschenkt. Aber die Engel sind auch nicht besser. Die Frauen, die die Grabhöhle Jesu besuchen, um den Leichnam nach orientalischer Sitte zu salben, werden vom Engel begrüßt. Aber wie! „Entsetzt euch nicht!“ Natürlich kam es, wie es kommen musste. „Sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.“

Ein kommunikatives Desaster. Statt die tröstenden Worte vom Leben in den Kreis der Freunde Jesu zu tragen, gab es nur entsetztes Schweigen. Das wäre Jürgen Klopp nicht passiert. Oder doch?

Wenn der Tod in das Leben einbricht, dann mit Macht. Dann zieht es den Boden unter den Füßen weg, dann wird die Weltordnung unsicher. Aber mit etwas Lebenserfahrung macht uns unser Verstand klar, dass das Leben ohne Tod nicht möglich ist und dass wir damit leben müssen, daß wir sterben müssen.

Aber wenn das Leben in den Tod einbricht – dann ist das noch einmal ganz anders. Das kann ich mir beim besten Willen und unter Aufbietung aller Phantasie nicht vorstellen. Mit der Begrenztheit des Lebens habe ich gelernt zu leben – mehr schlecht als recht. Aber mit unbegrenzter Fülle? Die Engel im Grab Jesu sind Boten vom Tod des Todes. Die Macht des Lebens ist für mich noch umstürzender als die Macht des Todes. Kein Wunder, dass da die rechten Worte fehlen. Das Entsetzen der Frauen können auch die Engel nicht wegreden.

Gegen ihr traumatisches Zittern hilft nur Bewegung. Dem Grab den Rücken zukehren. Sich aufmachen. Jesus begegnen. Den Lebenden im Leben finden. In einer verrammelten Höhle gibt es nur das Ende. Das Leben ist anderswo.

Weil wir vom Schicksal der Frauen im Markusevangelium lesen können, weil sie den Lebenden gefunden haben und nicht im entsetzten Schweigen erstarrt sind, feiern wir auch dieses Jahr wieder Ostern – des Todes Tod. Es hat seine Bedeutung, daß dieses Fest mit dem Entsetzen beginnt. Das Wunder des Lebens ist zu groß für uns. Den Blick von den eigenen Erwartungen und Befürchtungen lösen, auch wenn es entsetzlich schwer fällt, stattdessen in Bewegung bleiben, auf die Suche gehen, sich das Leben zeigen lassen und es feiern – das ist Ostern.

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer
Thomas Struckmeier

 

Wort zum Monat Februar 2024

Pastor Uwe Petz

„Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“
2. Tim. 3, 16

Liebe Gemeinde,liebe Leserinnen und Leser,

als ich den Bibelvers für den Monat Februar 2024 las, blieb meine Aufmerksamkeit an dem Wort „Lehre“ hängen. Eine ‚Lehre‘ – die Zeit lag für mich lange zurück.

Viele von Ihnen haben ebenfalls eine Ausbildung gemacht. Manche wie ich mit dem Studium eine universitäre Lehre. Nun hängt Lehre mit Lernen zusammen. So fragte ich mich, was es gilt, zu lernen. Und da stand ganz am Ende des Satzes das Wort Gerechtigkeit. Bei diesem Wort geht es um mehr als Recht und Unrecht. Ihm liegt ein personales Verhältnis zugrunde. Es geht um das Verhältnis eines jeden zu Gott. Gerechtigkeit, auf hebräisch: zedekah, meint: Bündnistreue, Verlässlichkeit in der Beziehung.

In dieser Hinsicht entfaltet Paulus die Lehre, das Lernen mit den Begriffen „Zurechtweisung“, „Besserung“ und „Erziehung.“ Das Verhältnis zueinander soll gestaltet werden. Dazu dienen die biblischen Geschichten (Schriften). Was sagen sie über Gottes Verhältnis zu uns aus? Was sagen sie über das menschliche Verhältnis zu Gott aus? Erkennen wir Gott in ihnen? Erkennen wir uns in ihnen?

Weihnachten liegt nun einige Zeit zurück. Es geht auf Ostern zu. Veränderte uns das Fest der Geburt Jesu? Sehen wir einen Zusammenhang mit Ostern? Weihnachten wie Ostern können abgearbeitet werden. Sie sind dann erledigt und haben keine weiteren Konsequenzen. Sie wären Arbeit und kein Fest mehr. Ein Fest bildet mehr als eine Feier. Eine Feier zielt auf den Moment. Ein Fest will etwas festhalten, festigen. Ein Fest hat Stärkung im Sinn und blickt in die Zukunft. Damit gleicht es einer Lehre, dem Lernen, das auf spätere Anwendung zielt.

Jeder kennt die Frage aus der Schulzeit: Warum muss ich das lernen, wenn ich es später nicht brauche? Nur für den Lehrer zu lernen, wäre aber sinnlos.

Wenn ich mit dem Lernen haderte, sagte mein Vater: „Du lernst nicht für mich, sondern für dich.“

Stimmt, aber kam nicht immer bei mir an. Erst viel später erkannte ich die Wahrheit seiner Worte. Denn Lernen führt in die eigene Mündigkeit. Im Blick auf den Glauben kann so zweifelsfreie Verantwortung übernommen werden. Einer kann das Verhältnis zu, mit Gott gestalten, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Das bewahrt nicht vor etwaigen Fehlern, aber bewahrt im Grundsätzlichen zu und mit Gott. Einer weiß, woran er bei Gott ist. Das lässt mutig auf das Leben in dieser Welt zugehen. Ich kann was, ich weiß was. Gewissheit, ja Sicherheit untermauert das Leben. Freude prägt es.

Glaube lerne in der Freude an Gott.

Ihr Pastor
Uwe Petz

Jahreslosung 2024

Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.

1. Korinther 16,14

Jahreslosung 2025

Prüft alles und behaltet das Gute!

1. Thessalonicher 5,21 (E)

Monatsspruch März 2024

Entsetzt euch nicht!
Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.

Markus 16, 6

 

Monatsspruch Februar 2024

Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nützlich zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.

2. Timotheus 3, 16

 

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Sonntag, 3.03.2024 18.00 Uhr
Jugendgottesdienst IGodYou

Löhne: Gemeindehaus Obernbeck Jan Manuel Strothmann

Freitag, 8.03.2024 19.30 Uhr
3. Passionsandacht

Löhne: Christuskirche Obernbeck Pfarrer Uwe Petz

Sonntag, 10.03.2024 10.00 Uhr
Gottesdienst

Löhne: Christuskirche Obernbeck Pfarrer Rolf Bürgers