Wort zum Monat Januar 2020

Pastor Uwe Petz

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Markus 9, 24

Liebe Gemeinde, liebe Leser, 

der Vers gleicht einem kurzen Gebet. In der konkreten Situation bittet ein Vater Jesus um Hilfe für seinen kranken Sohn. Doch es ist nicht einfach eine Heilungsgeschichte, die sich kurz runterlesen lässt. Manches Detail verstört und wirft Fragen auf. Nun, biblische Geschichten dienen nicht der Unterhaltung. Mit ihnen verbindet sich Gottes Anspruch an die Menschen, an uns. Wer ist dieser Jesus von Nazareth, der damals so viel Aufsehen unter den Menschen erregte? Ein Mensch unter vielen anderen Menschen. Gewiss, außergewöhnlich; aber eben doch nur ein Mensch? Die Theologie unterscheidet zwischen Jesus von Nazareth und Jesus Christus. Zwei „Namen“ für eine Person, die nicht dasselbe meinen. Sie sind nicht austauschbar. Im Grunde kann einem Jesus von Nazareth egal sein, wenn sich nicht mit ihm die Frage nach Gott verbunden hätte. Da zeigte sich einer in göttlicher Vollmacht, allerdings verborgen in Menschengestalt. Angreifbar als Hochstapler. Im Glauben bildet Jesus keinen vergöttlichten Menschen, sondern Gott in Menschengestalt. Dieses verbindet sich mit dem Namen Jesus (ist der) Christus. Man missversteht die Geschichte, wenn man dem Vater fehlenden Glauben unterstellt. Er glaubte an Gott wie viele andere seiner Zeit. Er wird unzählige Male Gott um Heilung für seinen Sohn gebeten haben. Da gab es ein Ringen mit Gott ähnlich wie bei Hiob. Glaube stand gegen Glaube, war in eine existentielle Krise geraten. Eine Entscheidung musste her, um sich nicht in einen allgemeinen Gottglauben zu verlieren, wo Gott fern von den Menschen ist, sich diesen selbst überlassen hat. So ein Gott, der zwar da ist, aber keinen zu irgendetwas bewegt. Solch einen Gott kann man in Not nicht gebrauchen. In der Begegnung mit Jesus wandelt sich sein Gottesverständnis. Der für fern gehaltene Gott präsentiert sich in unmittelbarer Nähe. Sein Unglaube bezieht sich auf die Person Jesu. Da braucht er Hilfe, um in Jesus den Christus, Gott selbst in Menschengestalt, zu erkennen. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben“ gilt für jeden, der die Weihnachtsbotschaft von der Geburt Jesu hörte.  Warum ausgerechnet dieses Baby und nicht irgendein anderes? Gott und Jesus gehören untrennbar zusammen. Das beinhaltet der „Name“ Jesus Christus. Insofern geht es auch nicht um eine „Jesusfrömmigkeit“ im Unterschied zum Glauben an Gott. Im Glaubensbekenntnis heißt es entsprechend: Ich glaube an Gott, … an Jesus Christus, ... an den Heiligen Geist. Die Nähe Gottes in Jesus Christus ist damals wie heute unerhört, unerwartet. Im Schwinden eines allgemeinen, nichts sagenden Glaubens an Gott wird dieses kurze Gebet immer dringlicher. Wo ist Gott, wenn man ihn braucht? Not fragt nach Glauben wie Unglauben. Sie selbst kann keine Antwort geben. Diese muss von Gott kommen und wird im vertrauensvollen Gebet kommen. Gott wird seine Nähe in der einen oder anderen Weise zeigen. Ob es immer eine Heilung sein wird, sei dahingestellt. Doch in Jesus Christus weiß ein jeder um die Nähe Gottes, die aber nicht unbedingt mit dem eigenen Willen übereinstimmen muss. Insofern bilden die Worte „Ich glaube; hilf meinem Unglauben“ auch eine Willenssache.

In diesem Sinn ein Glauben stärkendes, glaubensstarkes Jahr 2020

Ihr Pfarrer Uwe Petz

Jahreslosung 2020

Ich glaube; hilf meinem Unglauben.

Markus 9,24

Monatsspruch Januar 2020

Gott ist treu.

1. Korinther 1,9 

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Zum Nachhören

Gottesdienst vom 03.02.2019
(Konfirmationsjubiläum)

Wir laden Sie ein

Sonntag, 26.01.2020 11.00 Uhr
Gottesdienst

Löhne: Christuskirche Obernbeck Pfarrer Thomas Struckmeier

Sonntag, 2.02.2020 10.00 Uhr
Gottesdienst mit Jubiläumskonfirmationen

Löhne: Christuskirche Obernbeck Pfarrer Rolf Bürgers

Sonntag, 9.02.2020 10.00 Uhr
Taufgottesdienst

Löhne: Christuskirche Obernbeck Pfarrer Uwe Petz