Wort zum Monat Oktober 2019

Pastor Uwe Petz

Liebe Gemeinde, liebe Leser,

Ende August – ich sitze am Schreibtisch und frage mich, wie es im Oktober sein wird. Gleich zu Beginn das Erntedankfest, dann die Herbstferien, mein Urlaub. Mal sehen, was der Monatsspruch für eine Andacht hergibt. Dann stoße ich auf diesen Spruch: „Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend - gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!“ Tobit 4,8 (E)

Offensichtlich mit Blick auf das Erntedankfest ausgelost. Ja, Ernte bildet eine Zeit der Fülle. Nicht zwingend, aber meistens. Für den anderen Fall gibt es auch eine Empfehlung. Ich haderte leicht mit dem Spruch aus den Apokryphen, von denen Luther sagte, nützlich zu lesen, aber für das Evangelium nicht notwendig. Sinnvolle Sprüche finden sich in allen Kulturen. Leben will bewältigt werden und hat sich in den verschiedensten Erfahrungsworten niedergeschlagen. Sie bilden gewissermaßen geflügelte Worte aus der ganzen Welt. Ich will diese Worte nicht abwerten. Sie tragen zu einem gelungenen Leben bei. Aber ganz zufrieden bin ich mit ihnen nicht. Da bin ich als Pfarrer vielleicht zu pingelig. Mir ist der direkte Gottesbezug wichtig. Andernfalls wäre jeder noch so sinnvolle Spruch eine Sache der Beliebigkeit. Man kann sich daran orientieren oder auch nicht. Der Spruch wäre ein Spruch und kein Gebot. Glaube kennt die Gebote als Wegbegleiter gelingenden Lebens. Sie sprechen dabei den Horizont ewigen Lebens an. Denn nach einer jüdischen Auslegung bricht das Reich Gottes sichtbar an, wenn alle Gebote an einem Tag gehalten würden. Ja, die Gebote umreißen inhaltlich die Ewigkeit bei Gott. So wird es sein. Das kann man sich mit ein wenig Mühe durchaus vorstellen. Eine Welt, in der nicht getötet, noch das Sterben erfahren wird. Ich muss aufpassen, dass ich nicht schon Novembergedanken in den Oktober einfließen lasse.  - Christlicher Glaube kennt das Teilen als praktizierte Nächsten- und Feindesliebe. Liebe teilt bei Fülle wie bei Mangel. Da bestimmt nicht mehr die Sorge um sich, weil Gott für einen im Letzten sorgt. Mangel bildet gewiss keine gute Erfahrung. Erst heute hatte ich eine Begegnung, wo der finanzielle Mangel das Auskommen schwierig machte. Unser Sozialstaat ist mitunter reichlich träge und unflexibel. Da ist die Bürokratie wichtiger als der Mensch. Da kann ich nur sagen: Ordnung muss ein, aber sie kann nachgeholt werden. Ich bin dankbar, dass sich in unserer Gemeinde etliche Menschen finden, die aus ihrem Vollen abgeben. So kann einigen unkompliziert geholfen werden. Manche geben sogar von ihrem Wenigen. Zeit zu teilen, ist dabei nicht zwingend besser, als Materielles zu teilen. Oder umgekehrt. Ein gutes Wort kann zuweilen mehr erreichen als ein Geldschein.  Da fällt mir ein, dass Gutes sagen im kirchlichen Sprachgebrauch Segnen gleichkommt.   

In diesem Sinn schöpfen Sie aus dem Reichtum guter Worte, aus Ihrem Vollem, segnen Sie!

Ihr Pastor 

Uwe Petz 

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!

Psalm 34, 15

Monatsspruch Oktober 2019

Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend - gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!

Tobit 4,8

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Gottesdienst vom 03.02.2019
(Konfirmationsjubiläum)

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Sonntag, 20.10.2019 11.00 Uhr
Familiengottesdienst mit Taufen

Löhne: Christuskirche Obernbeck Pfarrer Rolf Bürgers

Sonntag, 27.10.2019 18.00 Uhr
Literaturgottesdienst - Literarische Grundlage ist der Roman "Glückskind" von Steven Uhly.

Löhne: Christuskirche Obernbeck Pfarrer Thomas Struckmeier

Donnerstag, 31.10.2019 18.00 Uhr
Gottesdienst zum Reformationsfest gemeinsam mit der Kirchengemeinde in Löhne-Ort

Löhne: Martin-Luther-Kirche Löhne-Ort