Wort zum Monat August 2019

Pastor Rolf Bürgers

Liebe Gemeinde, 

wann immer wir Gäste aus der Ökumene, also der weltweiten Kirche, bei uns zu Besuch haben und über Christsein in Deutschland sprechen, stellen diese überrascht fest: während die Kirchen in Afrika und Asien boomen, wächst im Mutterland der Mission und der Reformation die Distanz zum christlichen Glauben deutlich. Im Osten Deutschlands sind bereits über drei Viertel der Bevölkerung konfessionslos. Auch im Westen schreitet die Erosion des christlichen Glaubens unaufhaltsam fort. 

Darum reden wir heute von „Umgekehrter Mission“ –  Deutschland ist mittlerweile ein Missionsland geworden, in das die Kirchen des Südens Pastor*innen entsenden. 

Mir ist durchaus bewusst, dass der Begriff Mission eine belastete Geschichte hat. Er erinnert an die Zwangs¬bekehrungen vergangener Jahr¬hun¬derte, wie z.B. die Sachsenmission Karls des Großen. Oder an die unselige Verquickung von Mission und gewaltsamer Kolonialisierung. 

Umgekehrt steht aber außer Frage, dass das Christentum schon von seinem Ursprung her einen missionari-schen Impuls in sich trägt. Das Wort Jesu, das über dem Monat August steht, macht es deutlich: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“ 

Dieser Verkündigungsauftrag richtet sich zunächst an die zwölf Apostel. Unmittelbar zuvor hat Jesus sie zu seinen Jüngern gemacht. Und nun sollen sie schon ausschwärmen, in die Dörfer und Städte des Landes. Die Angelegenheit ist so wichtig, dass sie keinen Aufschub duldet. 

Der ferne, verborgene Gott kommt den Menschen nahe. Diese gute Nachricht sollen die Jünger verbreiten, aber nicht nur das. Sie sollen das Volk auch sehen und spüren lassen, dass sich Himmel und Erde berühren: „Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus.“ Die Jünger sollen Boten der Freude sein und den Menschen Gottes freundliche Zuwendung aufzeigen.

Damit bin ich bei dem, was „Mission“ eigentlich ist. Das lateinische Wort bedeutet nichts anderes als Sendung. Gesandte waren die Apostel, und Gesandte sollen auch wir Christen sein. Boten der Wirklichkeit Gottes inmitten einer Welt, die ihn weitgehend vergessen hat oder nicht (mehr) spürt. Es geht also nicht darum, anderen den eigenen Glauben aufzuzwingen. Schon gar nicht geht es darum, der Organisation Kirche neue Mitglieder zuzuführen. Sondern darum, den Menschen Gottes Liebe näher zu bringen. 

Als Christ bin ich sozusagen Werbeträ-ger des Evangeliums. Weil ich nämlich der Meinung bin, dass seine Schätze und Traditionen das menschliche Leben bereichern. Das hat nichts mit Hochmut gegenüber anderen Lebensentwürfen und Weltanschauungen zu tun. Arroganz ist in der Mission fehl am Platz. Denn nicht von oben herab, sondern nur im Dialog lassen sich die Schätze des Glaubens angemessen vermitteln. Immer in der Hoffnung, dass auch andere ihren Wert erkennen und sich darüber freuen. 

Jemand hat es einmal so ausgedrückt: „Missionieren heißt, anderen zeigen, was man liebt.“ Das stimmt. Ich wünsche Ihnen in diesem Sommer viele Begegnungen, in denen Sie genau dies tun können: anderen zeigen, was Sie lieben.

Herzlich grüßt Sie 

Ihr Pastor

Rolf Bürgers

Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!

Psalm 34, 15

Monatsspruch August 2019

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.

Matthäus 10,7

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Zum Nachhören

Gottesdienst vom 03.02.2019
(Konfirmationsjubiläum)

Wir laden Sie ein

Sonntag, 25.08.2019 11.00 Uhr
Gottesdienst am Rassegeflügelzuchtverein

Löhne: Christuskirche Obernbeck Pfarrer Peter Außerwinkler

Donnerstag, 29.08.2019 10.00 Uhr
Einschulungsgottesdienst

Löhne: Christuskirche Obernbeck Pfarrer Thomas Struckmeier

Sonntag, 1.09.2019 10.00 Uhr
Gottesdienst mit Abendmahl

Löhne: Christuskirche Obernbeck Pfarrer Thomas Struckmeier